Wir sind zurück … aber so richtig!

Es ist nun eine ganze Weile her, seitdem wir hier das letzte Mal was geschrieben haben. Vieles hat sich getan im Jahr 2016, denn auf die Fertigstellung der Villa Le Miez (franz.: Lö Miiiez) folgte der Umzug und der Einzug. Wir können Euch sagen: Der Moment, wenn man das erste Mal durch die Haustür geht und alles fertig sieht. Überwältigend!!!

Unser getreues Familienmuli „Gary“, mit der wir schon dreimal umgezogen sind, war natürlich mit von der Partie. Gary hatte mal eine kurze, aber intensive Affäre mit einer Audi. Seitdem ist die Beifahrertür … nunja … wir sind der Meinung: Jetzt hat Gary ein Gesicht, das Erfahrung und Charakter ausstrahlt. 🙂

Jedenfalls haben wir uns nun nach der „Eingewöhnungsphase“ fest vorgenommen auch anderen Menschen zu helfen an so ein tolles Schwedenhaus zu kommen. Also haben wir in Schweden angefragt und nun … ab April sind wir „offizielle Vertragspartner“ in Österreich für die Firma Rörvikshus. (http://www.rorvikshus.se/)

Und das Beste daran: Im Mai fliegen wir nach Schweden, um uns das Werk anzusehen. Wir werden euch natürlich auf dem Laufenden halten und Euch hier auf der Website von unserer Reise berichten!

Bis bald und lg, Manu und Flo

Wir bekennen Farbe – der Außenanstrich

Liebe Leser, entschuldigt, dass ihr so lange auf einen neuen Blogeintrag warten musstet! Inzwischen haben wir unser neues Domizil bezogen und waren mit allerlei Dingen beschäftigt, die ein Umzug so mit sich bringt.

Heute zeigen wir euch das Haus, nachdem es den typisch schwedischen rot-weißen Anstirch bekommen hat. Danach konnte das Gerüst abgebaut werden. Der erste Anblick des fertig gestrichenen Hauses ohne Gerüst hat uns total begeistert. Und wir können bestätigen, dass ein Schwedenhaus auf Bildern wunderschön aussieht, aber noch um Häuser schöner ist, wenn man wirklich davorsteht.

Wir hoffen, euch gefallen die Bilder genauso gut wie uns. Bald (dieses Mal wirklich, versprochen) werfen wir einen Blick ins Innere und laden euch ein, Raum für Raum mit uns zu erkunden.

Eine schöne Woche und bis bald, Flo und Manu

Dachdecken, Rohinstallation, Abschluss Hausmontage

Hier kommt der nächste Abschnitt unseres Abenteuers Hausbau. Nachdem das Haus also dicht war, gingen die Arbeiten im Inneren erst richtig los. Jede Menge Steinwolle wird verlegt, die Dampfbremse angebracht, die Rohinstallation läuft parallel, dann werden alle Wände geschlossen. Die restliche Arbeiten an der Fassade folgen, das Dach wird gedeckt. Dann ist die Montage nach gerade einmal 6 Wochen abgeschlossen. Jetzt ist alles bereit für den weiteren Innenausbau.

An dieser Stelle möchten wir uns aus tiefstem Herzen für die tolle Arbeit bedanken! Es gab keine Probleme, nur Lösungen und jede Menge lustige und interessante Geschichten. Einige Zitate haben wir in unsere familieninterne Redewendungssammlung aufgenommen. Wir würden jederzeit wieder ein Schwedenhaus bauen (lassen). 🙂 Danke Veit, danke Thomas, danke Sergej, danke Uwe!

Ein Teil der Fliesen ist schon da! Neugierig haben wir eine Packung geöffnet und waren hingerissen. Ja, unsere Wahl war die richtige, die Fliesen sind immer noch ein Traum. Zum Greifen nah liegt er jetzt, der Fliesenboden!

Schon bald erzählen wir, wie es weiterging. Bis dahin alles Liebe, Flo & Manu

Hunde machen nicht WWOOF

Damit wir hier nicht nur von unserem Haus schwärmen … tun wir es lieber über Schweden. 🙂

Im September 2013 hatten wir uns, wie schon mal erwähnt, bewusst für einen „Urlaub auf dem Bauernhof“ entschieden. Kein Handy, kein Fernseher, kein Computer. Einfach mal das Gegenteil vom Alltag. Das war zu Beginn ganz schön gewöhnungsbedürftig, aber unglaublich bereichernd, als wieder Platz für selbstständige Gedanken frei wurde.

Jedefalls hatten wir am zweiten Tag unseres Urlaubs (nach der Reparatur eines Fahrrads auf schwedisch und den damit einhergehenden Folgeerscheinungen am Südpol meines Körpers) jede Menge Zeit und entschlossen uns, die Umgebung per „zu Fuß“ zu erkunden. Eine kleine Wanderung. Aus irgendeinem Grund artet das bei uns immer in „Gewaltmärschen“ aus. Dagegen waren Cäsars Truppenbewegungen in Gallien Kinder-Wandertage. Keine Ahnung, warum das so ist. Aus zwei Stunden werden meistens sechs. Ich glaube, es ist eine Mischung aus Neugier, der Bewegung an sich und der Abwechslung von Entdeckung und gleich drüber quatschen müssen, die uns in einen „Flow“ treibt.

Als wir zu unserem Ausgangspunkt, der Kirche von Medåker, zurückgekommen waren, spazierten wir noch über den Friedhof. Als Ende einer Reise und dem Stillstand des physischen Lebens ein schöner Schlusspunkt. Spannend war die Schlichtheit der Kirche und der Gräber. So, wie sie im Wikingerschiff nebeneinander an den Rudern saßen, so ruhen sie nun nebeneinander. Ein Stein, ein paar Blumen, Erinnerung.

Wieder auf Tåby Gård angekommen machten wir Bekanntschaft mit Brian aus Washington D.C. Der Amerikaner, der jeden zweiten Satz mit „actually“ einleitete und sich mit einer verwegenen Lockenfrisur sofort Aufmerksamkeit verschaffte, saß in der Porch und spielte mit seinem Smartphone. Als er sagte: „I’m wwoofing“ war ich hinreichend verwirrt. Gut, Brian hatte entfernte Ähnlichkeit mit einem spanischen Wasserhund und ein netter Kerl, aber was er meinte bedurfte genauerer Erklärung.

WWOOF (World Wide Opportunity of Organic Farming) ist ein einmaliges Konzept, um jungen Menschen die Mitarbeit auf biologisch betriebenen Landwirtschaften rund um die Welt zu ermöglichen. Rund um den Globus können die Freiwilligen die Arbeit auf den unterschiedlichsten Farmen kennenlernen. Am Tag unserer Ankunft saß nämlich eine junge Frau im Zug, die sich kurz darauf als weitere Wwooferin herausstellte. Lea. Da Brian schon eine Zeit lang am Hof arbeitete und sie unterweisen sollte, konnte ich mir das Wortspiel „Ist sie jetzt ein Sub-Woofer?“ nicht verkneifen.

Während wir unsere glühenden Füße von der weiten Wanderung abkühlen ließen, sahen wir Brian und Lea bei der Arbeit zu … und ehrlich: Es juckte uns in den Fingern ihnen zu helfen. Entweder sind es die 10.000 Jahre Evolution in uns in denen wir mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigt waren oder der tiefe Wunsch mit der lebendigen Natur zu arbeiten. Ein Teil von ihr zu sein. In unserer Arbeit ist das einzige Tier, das Mist macht, die Mouse, die nicht das klickt, was sie soll.

Der Mensch und die Natur. Sowie wir die Möglichkeit haben, uns mit ihr auseinanderzusetzen und den ganzen Technik-Kram aus unserem Alltag verbannen, kommt etwas zum Vorschein, das verloren geglaubt war. Zeit … und zwar jede Menge davon und erfüllte noch dazu.

Daher unser Wunsch an Euch für dieses Wochenende: Nutzt die Zeit, geht raus in die Natur, ohne Handy, ohne Elektronik. Nehmt nur Euch selbst mit. Es ist beeindruckend wie plötzlich eine Straße, die man hundert Mal gesehen hat, neue Seiten zeigt.

Ein schönes Wochenende und bis bald, wünschen Euch

Manu und Flo

p.s.: Wer Lust hat und immer auf dem Laufenden bleiben möchte, dem möchten wir unseren Newsletter ans Herz legen. Gleich rechts kann man sich eintragen und bekommt ein gratis eBook zum Thema „Finanziere Dein Haus“. 🙂

Die ersten Aufbautage bis das Haus dicht wurde

Der 7.7.2015, ein Dienstag, wird uns immer in Erinnerung bleiben. Welch ein magisches Datum! Zweimal die Sieben! Da kann doch nichts mehr schiefgehen, oder? Das also war der Liefertermin und der erste Aufbautag unseres Schwedenhauses.

Der erste Tag war extrem heiß, um die 35 Grad, nicht ein Wölkchen stand am Himmel. Am Mittwoch regnete es fast durchgehend, mal stärker, mal schwächer und es war deutlich kühler. Am dritten Tag zogen immer wieder Schauer durch. Jedes Mal, wenn wir dachten, das Wetter stabilisiere sich, zogen wieder dicke, dunkle Wolken auf. Erst am vierten Tag hörte der Regen auf und das Haus war inzwischen dicht. Dass auf der Bodenplatte einiges an Wasser stand, mache nichts, sagte uns das Montageteam, in zwei Wochen würde nichts mehr davon zu erkennen sein. Und so war es auch, nach wenigen Tagen war alles wieder trocken.

Auf den Bildern kann man die Entwicklung gut verfolgen. Im Nachhinein betrachtet ist es fast unglaublich, wie schnell und problemlos alles geklappt hat. Nun ja, die richtige Arbeit fing eigentlich gerade erst an… Mehr dazu im nächsten Beitrag. Die Dachsteine warten jedenfalls schon darauf, verlegt zu werden. 🙂

Bis bald und ganz liebe Grüße, Flo & Manu

„Das funktioniert nie!“ oder Wie wir unsere Thermobodenplatte und Gerüst bekamen

Am besten kombiniert man ein Schwedenhaus mit einer „Schwedenplatte“, auch Thermobodenplatte genannt. Da wir beide aus unterschiedlichen Gründen keinen Keller mehr wollten, war die Entscheidung für die optimale Ergänzung zu unserem Haus schnell getroffen. Flo hatte nämlich als „Donaukind“ mehr als einmal miterleben müssen, was Hochwasser im Keller anrichten kann. Und ich hatte genug von „Ach-hol-mir-doch-mal-dieses-und-jenes-aus-dem-Keller“. Meistens lagert man ohnehin nur Dinge ein, die man nie wieder verwendet. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Anders sieht es mit Obst und Gemüse aus; wobei sich ein moderner Keller wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit gar nicht mehr dazu eignet. Wir werden später, wenn der Garten erstes Gemüse und Obst abwirft, einen Erdkeller bauen (es gibt auch Fertigvarianten). Die Thermobodenplatte bietet zudem einige Vorteile, z.B. Schutz vor Kälte und Nässe (keine Kältebrücken), schnelle Bauzeit, kein Estrich mehr notwendig usw. Unsere Bodenplatte hat die Fa. Axxfloor gebaut.

Wir hatten ja schon erwähnt, dass es den einen oder anderen Skeptiker gegenüber dieser Bauweise/dieses Systems gab. „Ja, aber was, wenn … (hier etwas einsetzen, das etwa alle drei Millionen Jahre eintritt)“ oder „Der Schotter wird wegrutschen“, „Die Platte liegt doch nur oben drauf!“ usw. waren die Bedenken. Aber nur, weil dieses System in unseren Breiten kaum einer kennt, heißt das nicht, dass es nicht funktionieren würde. Erst als die Platte lag, verstummten die Zweifler. Wir können nur empfehlen, offen zu sein für Neues und sich von den Vorteilen anstelle der Vorurteile überzeugen zu lassen. 🙂

Unten sieht man, wie die Platte wird gebaut wird, gerade mal zweieinhalb Tage hat es gedauert. Wir hatten an diesen Tagen keinen Urlaub und konnten daher nur Fotos am späteren Nachmittag nach der Arbeit machen.

Zwölf Tage später sollten vier Lastwagen mit unserem Haus aus Schweden anrollen. Einen Tag, bevor das Haus geliefert wurde, musste dann noch die erste Etage des Gerüstes aufgebaut werden. Später wurde uns klar, warum – im nächsten Beitrag sieht man dann, weshalb.

Wir hatten uns die erste Aufbauwoche Urlaub genommen. Wenn man so lange plant, muss man an den ersten Tagen einfach dabei sein. Am Montag Morgen wachten wir auf und lauschten. Ein leises Geräusch. Es regnete. Die Zitterpartie ums Wetter hatte mit den Erdarbeiten begonnen und setzte sich nun fort. Wir fuhren zum Grundstück und unterhielten uns kurz mit den Männern, das bisschen Regen sei kein Problem, versicherten sie uns.

Wir ließen sie also allein und bald waren die Wolken weitergezogen. Bis mittag stand das Gerüst fix und fertig da und die Sonne schien wie zur Versicherung, dass wir uns keine Sorgen machen sollten. Den Anblick des Gerüstes mit der Bodenplatte in der Mitte fanden wir witzig. „Da fehlt doch was!“ 🙂 Bei den meisten umliegenden (Ziegel-)Häusern kam das Gerüst immer erst Monate später, nachdem der Rohbau schon lange stand.

Nur noch einmal schlafen, dann kommt unser eigenes Haus! Was waren wir hibbelig, doch diese letze Nacht schliefen wir beide richtig gut, denn „die Sache war am Laufen“ und jetzt konnten wir ohnehin nichts mehr ändern. Es war an der Zeit, das Ruder aus der Hand zu geben.

Beim nächsten Mal erzählen wir von den ersten Aufbautagen bis das Haus regendicht wurde – der Wettergott stellte uns und das Montageteam gehörig auf die Probe…

Bis bald und alles Liebe, Flo & Manu

Machten Elfen Urlaub, machten sie’s in Annas Garten

Es war Anfang Juni, da flatterte die Einladung „Tag des offenen Gartentürls“ von Anna Rebhan, einer Arbeitskollegin von Flo, in unsere Wohnung. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt nur, dass die Gartenbesitzerin unser Faible für Flohmärkte, Zuckerdosen mit Rosenaufdruck und jeder Menge nostalgischer Kaffeekannen und -tassen teilt. Außerdem hatten wir noch Kenntnis von der Größe des Gartens, an die 3.000 Quadratmeter. Dass dieser Garten eine Quelle der Inspiration sein würde und eine Huldigung an die Vielfalt der Natur, ihre Pracht und Anmut, ahnten wir noch nicht. Umso größer die Freude darüber, die wir mit diesem Blogeintrag teilen möchten. Kommt also mit in den Garten, in dem Elfen Urlaub machten, wenn sie Urlaub machten. 🙂

AnniEinladung

Die Sonne schien etwa eine Woche lang, heizte die Umgebung auf, und so versprach auch der 13. Juni ein leuchtender, heißer Tag zu werden. Wir beschlossen also, uns in helle, luftige Gewänder zu hüllen, kramten die Hüte hervor und fuhren los. Als wir in dem kleinen Ort ankamen, hielten wir Ausschau nach einem prächtigen Garten. Doch zunächst wies nichts darauf hin. Dann kamen wir ans Gartentor:

annis_garten_TITEL

Ein schmaler Weg führt neben dem Haus vorbei, und hier konnten wir schon die ersten Vorboten sehen, ein altes Fahrrad, geschmückt mit allerlei Blümchen, das auf die Liebe zum Detail der Gartenbesitzerin hinwies. Wir spazierten also am Haus vorbei und wenige Meter danach tat sich ein herrlicher Platz auf. Ein  Rosengarten war zu erkennen, außerdem mit niedrigen Buchshecken eingefasste Bereiche, einige Quadratmeter waren mit Tischchen und bunt zusammengewürfelten Stühlen in ein Freiluftcafé verwandelt worden. Es war diese Art von Garten, bei der das Auge auf Entdeckungstour gehen kann, und egal, wie lange man die Blicke schweifen lässt, immer wieder bleibt man an etwas Neuem hängen. Keine Spur von Eintönigkeit, nicht nur die Vielfalt an Pflanzen und alten, großen, schattenspendenden Bäumen, auch die Vielfalt an Gartenräumen und Blickwinkeln galt es nun zu entdecken.

Zunächst erkundeten wir alle Bereiche und ließen sie auf uns wirken. Erst danach machten wir Fotos. Hier ein paar Impressionen:

annis_garten25

annis_garten11

annis_garten5

annis_garten15

annis_garten17

Man kann das Herzblut sehen und spüren, das in jedem Detail steckt. Hach, was gäben wir für einen so wunderbaren, alten Baumbestand. Gleich drei gewaltige Walnussbäume wachsen in Annas Garten, spenden Schatten und sorgen wie die Nebengebäude und Holzstöße für Struktur. Das grüne Blätterdach ist eine Wohltat für vom Bildschirm überanstrengte Augen. Verschiedene Apfelbäume stehen im naturbelassenen Teil des Gartens, im Randbereich gedeihen Beerensträucher. Hier darf das Gras lang wachsen und nur die Gehwege werden gemäht.

annis_garten20

annis_garten6

annis_garten27

annis_garten9

annis_garten22

annis_garten3Anna hat ein wunderbares Gespür für die kleinen Dinge. Shabby Chic und Wasser in einer alten Metallbadewanne, prachtvolle Blüten, ein mit blauen Gegenständen geschmückter Energieplatz mit Sitzbank, ein zuckersüß dekorierter Pavillon und ein Taubenschlag. Die gemusterten Bodenfliesen tauchen an den unterschiedlichsten Stellen im Garten auf und schafffen so eine Verbindung der Gartenräume.

annis_garten8

annis_garten18

annis_garten19

annis_garten7

annis_garten12

annis_garten2

annis_garten10

Der Rosengarten war das ideale Motiv, die Kameraeinstellung „Weichzeichner“ auszuprobieren. Ein verträumter Blick und schon tanzen die Elfen vor dem inneren Auge hin und her… Auf dem letzten Bild sieht man die kreuzförmig angelegten Wege mit kleiner Statue in der Mitte, aufgenommen vom Balkon aus mit dem Kameraeffekt „Miniatur“.

annis_garten13

annis_garten26DSCF0750annis_garten23annis_garten1Liebe Anna, wir bedanken uns nochmal ganz herzlich für deinen Tag des offenen Gartentürls. Es war eine Inspiration für unseren eigenen Garten (der momentan erst in unserer Vorstellung existiert), außerdem ein wunderschöner Nachmittag und der Kuchen war auch sehr lecker! Darauf stoßen wir an. 🙂

annis_garten21

Die Gastgeberin
Die Gastgeberin

 

Bis zum nächsten Mal und ganz liebe Grüße von Flo & Manu

Erdarbeiten, Zisterne, Kanalschacht oder „Willkommen im Jurassic Park!“

Es war einer dieser blendend schönen Tage. Wir trafen uns mit dem lokalen „Tiefbauer“ von der Firma Frauscher, Herrn Ing. Gelhart, und besprachen die Anforderungen für die Thermobodenplatte in Kombination mit dem Bodengutachten. Da eine „Schwedenplatte“ so ganz anders funktioniert als eine herkömmliche „Bodenplatte“, war es ein durchaus spannendes Gespräch für beide Seiten. Sämtliche Rohre und Leitungen müssen bei diesem System vorab verlegt werden. Außerdem werden die Heizungsschläuche der Fußbodenheizung gleich in die Bodenplatte eingebaut und somit kann später nichts mehr verändert werden.

Obwohl wir immer wieder zu hören bekamen, dass „das nicht funktionieren kann“, blieben wir eisern bei unserem Weg. Warum sollte es nicht klappen? In Schweden stehen alle Häuser auf so einer Schwedenplatte … und die haben 9 Monate Winter (!). Jedenfalls waren wir sehr froh, dass uns die Fa. Frauscher mit einem Polier der Extraklasse aushalf. Herr Hans Bergthaler war wirklich der berühmte Edelstein, den zu finden man nur einmal im Leben das Glück hat. Kaum hatte der „Rentner“ seine Arbeitshosen an, blühte er auf. Ist ja auch eine großartige Sache, einem über 60-jährigen noch einmal die Chance zu geben, mit einem vollkommen neuen System die berufliche Erfahrungs-Laufbahn zu versüßen. Mit Feuereifer arbeitete er sich durch die Pläne des Architekten und den Vorgaben der Bodenplattenfirma.

Diese Arbeit ist zwar anfangs etwas mehr Aufwand, dafür spart man später Zeit, da kein Estrich mehr zwischen Bodenplatte und Haus notwendig ist. Im Zuge der Erdarbeiten wurde dann auch gleich der Kanalschacht mit Rückstauklappe verlegt. Die (vorgeschriebene) Zisterne kam aus der Nähe von Rosenheim von der Firma Böhm, wurde werkseitig vermörtelt geliefert und in die Erde gesetzt. Das war nicht nur deshalb ein Hammer, weil es inerhalb kürzester Zeit möglich war, nein, auch der Preis spielte eine wichtige Rolle! Der war um ein Drittel billger als der einheimische Anbieter.

Da wir möglichst viel Regenwasser für unseren Garten nutzen wollen, haben wir uns für ein Volumen von 8.200 Litern entschieden. Der vorgeschriebene, gedrosselte Ablauf von 5.000 Litern ergibt ein nutzbares Volumen von 3.200 Litern. Das sollte reichen. Die Grube war aber dann so riesig, dass wir kurzfristig überzeugt waren, das sei viel zu viel. Aber dann dachten wir uns, besser zu viel als zu wenig Wasser, schließlich bedeutet Wasser Leben, besonders im Garten.

Erdarbeiten und Bodenplatte legen stellt eine besondere Herausforderung an das Vertrauensverhältnis zwischen Polier, Erdbeweger und Bauherrn dar. Man sollte sich daher wirklich genau ansehen, mit wem man zusammenarbeitet. Zu schnell wird ein „ah, das brauchen wir nicht“ hingeworfen, was sich im Nachhinein als großes Problem erweisen kann. Die Pläne sind nicht umsonst so exakt gezeichnet, wie wir später feststellen durften.

In jedem Fall braucht man eines: Eine dicke Haut gegen alle Sekptiker. Sie meinen es nicht böse, können es sich einfach nicht vorstellen … und das ist eines der größten Probleme, das man lösen sollte: Wie mache ich dem anderen meine Vision klar?

Aber dazu demnächst mehr!

Bis zum nächsten Mal, Flo & Manu

Wie und wo wir „unser“ Grundstück fanden

Vorab sei gesagt, „das“ Grundstück für alle Fälle gibt es nicht. Jeder hat andere Wünsche, Träume, Vorstellungen und Bedürfnisse. Diese zu kennen, ist die Basis für die Suche nach dem Fleckchen Erde, das man für die nächsten Jahrzehnte sein Zuhause nennt. Für uns waren z.B. wichtig: Eine ruhige Lage ohne viel Verkehr (speziell Durchzugs- und Pendelverkehr), möglichst keine großen Stromleitungen und kein angrenzendes Industriegebiet. Wir wollten außerdem weite Pendelstrecken zur Arbeit vermeiden. Zudem sollte eine Strecke notfalls auch mit dem Fahrrad zu bewältigen sein, was die eine oder andere Ortschaft schon einmal ausschloss – in unserer Gegend gibt es einiges an ziemlich steilen Hügeln. Wir nahmen also eine Landkarte und zogen von der Mitte ausgehend einen Kreis von etwa 10 Kilometern rund um unsere Arbeitsstätten. Danach überlegten wir, welche sonstigen Kriterien noch erfüllt sein sollen. Zu bedenken sind neben den Kosten pro Quadratmeter auch Dinge wie Infrastruktur, Bauvorschriften, ob das Grundstück bereits aufgeschlossen ist oder ob das Haus, das einem vorschwebt, überhaupt in die Gegend/Landschaft passt. Zugegeben, der letzte Punkt findet heute nicht mehr so viel Beachtung, was wir schade finden.

gegend_holzhaus
Altes, typisches Holzhaus für die Gegend

Es gab dann so etwas wie eine Reihe von A-HA-Erlebnissen, die unsere Entscheidung positiv beeinflussten: Auf der Fahrtstrecke blühten jede Menge Kornblumen im Feld neben der Straße. Es gibt zwei kleine, angrenzende Waldgebiete und ein Bächlein verläuft gleich neben dem Ortskern. Wir gingen langsam spazieren, sahen uns die Häuser an, die alte, gewachsene Struktur der Gebäude und Straßen, warfen einen Blick in die kleine Kirche und waren verzaubert. Sofort fühlten wir uns wohl und das beste war, dass der Ort alle unsere Kriterien erfüllte. Und es gab über 20 neue Bauparzellen. Wir entschieden uns für eine etwa 1.000 Quadratmeter große Parzelle, die ideal war, um unseren Traum vom großen Garten zu verwirklichen. Hier ein paar Bilder:

Und noch ein paar Bilder von der Bemusterung in Dresden. Die Wahl von Bodenbelägen, Fliesen und Sanitärobjekten liegt nun schon eine ganze Weile zurück, Ende Februar waren wir in Dresden. Wir können es kaum noch erwarten, wie alles wirkt, wenn es verlegt ist.

Als nächstes erzählen wir von den Erdarbeiten, dem Bau der Bodenplatte und dem Aufbau des Gerüstes. Dann kann das Haus ja kommen!

Bis zum nächsten Mal, Flo & Manu

Bist du gelehmt! Bodengutachten, März 2015

Das Bodengutachten, oder auch geotechnischer Untersuchungsbericht wurde bereits im März 2015 durchgeführt. Der Vollständigkeit halber wollen wir Euch die Bilder dazu zeigen. Außerdem kamen wir bei der Wahl des Geotechnikers erstmals an unsere nervlichen Grenzen. Ein Urschrei in einem nahegelegenen Wäldchen half uns beim Aggressionsabbau, seitdem lief alles wieder glatt. Es gibt bei den Geotechnikern alle möglichen Ausdrücke, z.B. Rammsondierung, Rammkernsondierung, Nutsondierung. Wir hatten uns Angebote von verschiedenen Firmen machen lassen. Ergebnis war: Jeder bot etwas anderes an. Von den Preisen wollen wir gar nicht reden. Wir wussten nicht weiter und das Internet half nur bedingt. Schließlich entschieden wir uns nach Rücksprache mit Axxfloor (Thermobodenplatte) für ein Angebot und ließen uns vor Ort die Unterschiede erklären.

Vielleicht können wir mit der folgenden Erklärung anderen Bauherren helfen, denn rückblickend ist es gar nicht so schwer.

Rammsondierungen dienen zur Erkundung der Lagerungsverhältnisse nichtbindiger Böden, zur Nachprüfung der Wirksamkeit von Verdichtungsmaßnahmen im Untergrund und in Anschüttungen sowie zur Gewinnung von Hinweisen auf die Zustandsform bindiger Böden. Außerdem können dadurch Informationen über bodenphysikalische Kennwerte zur Beurteilung der Belastbarkeit des Bodens gewonnen werden. Dazu wird ein Gewicht in den Boden gerammt, Gewicht, Fallhöhe usw. sind genormt.

Verfahren der Nutsondierung dient zur Erkundung der Schichtfolge im Untergrund am jeweiligen Aufstellungspunkt. Dies erfolgt durch Eintreiben einer geschlitzten Sonde (Nutsonde) in den Untergrund und anschließendes Ziehen. Weiters wird eine allfällige Durchnässung des Bodens sowie allfällig vorhandenes Grundwasser registriert.

Die Rammkernsondierung ist ähnlich der Nutsondierung, wird aber bei eher sandigen Böden eingesetzt, da der lockere Boden bei der Nutsondierung nicht kleben bleiben und herausfallen würde. Vorstellen kann man sich das ganze wie eine Eiskernbohrung.

Wir können nur empfehlen, Angebote genau zu lesen und zu vergleichen, so gut es geht. Teilweise wurde uns Baggerschürfe angeboten (Bagger bauseits). Vorsicht! Bauseits bedeutet, dass dieser nicht im Preis enthalten ist und vor Ort zur Verfügung gestellt werden muss, was zusätzlichen organisatorischen Aufwand und Kosten verursacht.

Um sich zu entscheiden hilft es, die Bodenverhältnisse in etwa zu kennen, dazu kann man z.B. die Nachbarn befragen. Geotechniker sehen üblicherweise in einer Datenbank nach und entschieden dann, welche Sondierung die geeignete ist. Wie wir feststellen mussten, ist das aber keine Garantie dafür, diese Variante auch angeboten zu bekommen.

Letzendlich wurde bei uns eine Ramm- sowie eine Nutsoniderung durchgeführt und das reichte aus.

Bis ganz bald, Flo und Manu