Wir sind zurück … aber so richtig!

Es ist nun eine ganze Weile her, seitdem wir hier das letzte Mal was geschrieben haben. Vieles hat sich getan im Jahr 2016, denn auf die Fertigstellung der Villa Le Miez (franz.: Lö Miiiez) folgte der Umzug und der Einzug. Wir können Euch sagen: Der Moment, wenn man das erste Mal durch die Haustür geht und alles fertig sieht. Überwältigend!!!

Unser getreues Familienmuli „Gary“, mit der wir schon dreimal umgezogen sind, war natürlich mit von der Partie. Gary hatte mal eine kurze, aber intensive Affäre mit einer Audi. Seitdem ist die Beifahrertür … nunja … wir sind der Meinung: Jetzt hat Gary ein Gesicht, das Erfahrung und Charakter ausstrahlt. 🙂

Jedenfalls haben wir uns nun nach der „Eingewöhnungsphase“ fest vorgenommen auch anderen Menschen zu helfen an so ein tolles Schwedenhaus zu kommen. Also haben wir in Schweden angefragt und nun … ab April sind wir „offizielle Vertragspartner“ in Österreich für die Firma Rörvikshus. (http://www.rorvikshus.se/)

Und das Beste daran: Im Mai fliegen wir nach Schweden, um uns das Werk anzusehen. Wir werden euch natürlich auf dem Laufenden halten und Euch hier auf der Website von unserer Reise berichten!

Bis bald und lg, Manu und Flo

Wir bekennen Farbe – der Außenanstrich

Liebe Leser, entschuldigt, dass ihr so lange auf einen neuen Blogeintrag warten musstet! Inzwischen haben wir unser neues Domizil bezogen und waren mit allerlei Dingen beschäftigt, die ein Umzug so mit sich bringt.

Heute zeigen wir euch das Haus, nachdem es den typisch schwedischen rot-weißen Anstirch bekommen hat. Danach konnte das Gerüst abgebaut werden. Der erste Anblick des fertig gestrichenen Hauses ohne Gerüst hat uns total begeistert. Und wir können bestätigen, dass ein Schwedenhaus auf Bildern wunderschön aussieht, aber noch um Häuser schöner ist, wenn man wirklich davorsteht.

Wir hoffen, euch gefallen die Bilder genauso gut wie uns. Bald (dieses Mal wirklich, versprochen) werfen wir einen Blick ins Innere und laden euch ein, Raum für Raum mit uns zu erkunden.

Eine schöne Woche und bis bald, Flo und Manu

Dachdecken, Rohinstallation, Abschluss Hausmontage

Hier kommt der nächste Abschnitt unseres Abenteuers Hausbau. Nachdem das Haus also dicht war, gingen die Arbeiten im Inneren erst richtig los. Jede Menge Steinwolle wird verlegt, die Dampfbremse angebracht, die Rohinstallation läuft parallel, dann werden alle Wände geschlossen. Die restliche Arbeiten an der Fassade folgen, das Dach wird gedeckt. Dann ist die Montage nach gerade einmal 6 Wochen abgeschlossen. Jetzt ist alles bereit für den weiteren Innenausbau.

An dieser Stelle möchten wir uns aus tiefstem Herzen für die tolle Arbeit bedanken! Es gab keine Probleme, nur Lösungen und jede Menge lustige und interessante Geschichten. Einige Zitate haben wir in unsere familieninterne Redewendungssammlung aufgenommen. Wir würden jederzeit wieder ein Schwedenhaus bauen (lassen). 🙂 Danke Veit, danke Thomas, danke Sergej, danke Uwe!

Ein Teil der Fliesen ist schon da! Neugierig haben wir eine Packung geöffnet und waren hingerissen. Ja, unsere Wahl war die richtige, die Fliesen sind immer noch ein Traum. Zum Greifen nah liegt er jetzt, der Fliesenboden!

Schon bald erzählen wir, wie es weiterging. Bis dahin alles Liebe, Flo & Manu

Die ersten Aufbautage bis das Haus dicht wurde

Der 7.7.2015, ein Dienstag, wird uns immer in Erinnerung bleiben. Welch ein magisches Datum! Zweimal die Sieben! Da kann doch nichts mehr schiefgehen, oder? Das also war der Liefertermin und der erste Aufbautag unseres Schwedenhauses.

Der erste Tag war extrem heiß, um die 35 Grad, nicht ein Wölkchen stand am Himmel. Am Mittwoch regnete es fast durchgehend, mal stärker, mal schwächer und es war deutlich kühler. Am dritten Tag zogen immer wieder Schauer durch. Jedes Mal, wenn wir dachten, das Wetter stabilisiere sich, zogen wieder dicke, dunkle Wolken auf. Erst am vierten Tag hörte der Regen auf und das Haus war inzwischen dicht. Dass auf der Bodenplatte einiges an Wasser stand, mache nichts, sagte uns das Montageteam, in zwei Wochen würde nichts mehr davon zu erkennen sein. Und so war es auch, nach wenigen Tagen war alles wieder trocken.

Auf den Bildern kann man die Entwicklung gut verfolgen. Im Nachhinein betrachtet ist es fast unglaublich, wie schnell und problemlos alles geklappt hat. Nun ja, die richtige Arbeit fing eigentlich gerade erst an… Mehr dazu im nächsten Beitrag. Die Dachsteine warten jedenfalls schon darauf, verlegt zu werden. 🙂

Bis bald und ganz liebe Grüße, Flo & Manu

„Das funktioniert nie!“ oder Wie wir unsere Thermobodenplatte und Gerüst bekamen

Am besten kombiniert man ein Schwedenhaus mit einer „Schwedenplatte“, auch Thermobodenplatte genannt. Da wir beide aus unterschiedlichen Gründen keinen Keller mehr wollten, war die Entscheidung für die optimale Ergänzung zu unserem Haus schnell getroffen. Flo hatte nämlich als „Donaukind“ mehr als einmal miterleben müssen, was Hochwasser im Keller anrichten kann. Und ich hatte genug von „Ach-hol-mir-doch-mal-dieses-und-jenes-aus-dem-Keller“. Meistens lagert man ohnehin nur Dinge ein, die man nie wieder verwendet. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Anders sieht es mit Obst und Gemüse aus; wobei sich ein moderner Keller wegen der niedrigen Luftfeuchtigkeit gar nicht mehr dazu eignet. Wir werden später, wenn der Garten erstes Gemüse und Obst abwirft, einen Erdkeller bauen (es gibt auch Fertigvarianten). Die Thermobodenplatte bietet zudem einige Vorteile, z.B. Schutz vor Kälte und Nässe (keine Kältebrücken), schnelle Bauzeit, kein Estrich mehr notwendig usw. Unsere Bodenplatte hat die Fa. Axxfloor gebaut.

Wir hatten ja schon erwähnt, dass es den einen oder anderen Skeptiker gegenüber dieser Bauweise/dieses Systems gab. „Ja, aber was, wenn … (hier etwas einsetzen, das etwa alle drei Millionen Jahre eintritt)“ oder „Der Schotter wird wegrutschen“, „Die Platte liegt doch nur oben drauf!“ usw. waren die Bedenken. Aber nur, weil dieses System in unseren Breiten kaum einer kennt, heißt das nicht, dass es nicht funktionieren würde. Erst als die Platte lag, verstummten die Zweifler. Wir können nur empfehlen, offen zu sein für Neues und sich von den Vorteilen anstelle der Vorurteile überzeugen zu lassen. 🙂

Unten sieht man, wie die Platte wird gebaut wird, gerade mal zweieinhalb Tage hat es gedauert. Wir hatten an diesen Tagen keinen Urlaub und konnten daher nur Fotos am späteren Nachmittag nach der Arbeit machen.

Zwölf Tage später sollten vier Lastwagen mit unserem Haus aus Schweden anrollen. Einen Tag, bevor das Haus geliefert wurde, musste dann noch die erste Etage des Gerüstes aufgebaut werden. Später wurde uns klar, warum – im nächsten Beitrag sieht man dann, weshalb.

Wir hatten uns die erste Aufbauwoche Urlaub genommen. Wenn man so lange plant, muss man an den ersten Tagen einfach dabei sein. Am Montag Morgen wachten wir auf und lauschten. Ein leises Geräusch. Es regnete. Die Zitterpartie ums Wetter hatte mit den Erdarbeiten begonnen und setzte sich nun fort. Wir fuhren zum Grundstück und unterhielten uns kurz mit den Männern, das bisschen Regen sei kein Problem, versicherten sie uns.

Wir ließen sie also allein und bald waren die Wolken weitergezogen. Bis mittag stand das Gerüst fix und fertig da und die Sonne schien wie zur Versicherung, dass wir uns keine Sorgen machen sollten. Den Anblick des Gerüstes mit der Bodenplatte in der Mitte fanden wir witzig. „Da fehlt doch was!“ 🙂 Bei den meisten umliegenden (Ziegel-)Häusern kam das Gerüst immer erst Monate später, nachdem der Rohbau schon lange stand.

Nur noch einmal schlafen, dann kommt unser eigenes Haus! Was waren wir hibbelig, doch diese letze Nacht schliefen wir beide richtig gut, denn „die Sache war am Laufen“ und jetzt konnten wir ohnehin nichts mehr ändern. Es war an der Zeit, das Ruder aus der Hand zu geben.

Beim nächsten Mal erzählen wir von den ersten Aufbautagen bis das Haus regendicht wurde – der Wettergott stellte uns und das Montageteam gehörig auf die Probe…

Bis bald und alles Liebe, Flo & Manu

Erdarbeiten, Zisterne, Kanalschacht oder „Willkommen im Jurassic Park!“

Es war einer dieser blendend schönen Tage. Wir trafen uns mit dem lokalen „Tiefbauer“ von der Firma Frauscher, Herrn Ing. Gelhart, und besprachen die Anforderungen für die Thermobodenplatte in Kombination mit dem Bodengutachten. Da eine „Schwedenplatte“ so ganz anders funktioniert als eine herkömmliche „Bodenplatte“, war es ein durchaus spannendes Gespräch für beide Seiten. Sämtliche Rohre und Leitungen müssen bei diesem System vorab verlegt werden. Außerdem werden die Heizungsschläuche der Fußbodenheizung gleich in die Bodenplatte eingebaut und somit kann später nichts mehr verändert werden.

Obwohl wir immer wieder zu hören bekamen, dass „das nicht funktionieren kann“, blieben wir eisern bei unserem Weg. Warum sollte es nicht klappen? In Schweden stehen alle Häuser auf so einer Schwedenplatte … und die haben 9 Monate Winter (!). Jedenfalls waren wir sehr froh, dass uns die Fa. Frauscher mit einem Polier der Extraklasse aushalf. Herr Hans Bergthaler war wirklich der berühmte Edelstein, den zu finden man nur einmal im Leben das Glück hat. Kaum hatte der „Rentner“ seine Arbeitshosen an, blühte er auf. Ist ja auch eine großartige Sache, einem über 60-jährigen noch einmal die Chance zu geben, mit einem vollkommen neuen System die berufliche Erfahrungs-Laufbahn zu versüßen. Mit Feuereifer arbeitete er sich durch die Pläne des Architekten und den Vorgaben der Bodenplattenfirma.

Diese Arbeit ist zwar anfangs etwas mehr Aufwand, dafür spart man später Zeit, da kein Estrich mehr zwischen Bodenplatte und Haus notwendig ist. Im Zuge der Erdarbeiten wurde dann auch gleich der Kanalschacht mit Rückstauklappe verlegt. Die (vorgeschriebene) Zisterne kam aus der Nähe von Rosenheim von der Firma Böhm, wurde werkseitig vermörtelt geliefert und in die Erde gesetzt. Das war nicht nur deshalb ein Hammer, weil es inerhalb kürzester Zeit möglich war, nein, auch der Preis spielte eine wichtige Rolle! Der war um ein Drittel billger als der einheimische Anbieter.

Da wir möglichst viel Regenwasser für unseren Garten nutzen wollen, haben wir uns für ein Volumen von 8.200 Litern entschieden. Der vorgeschriebene, gedrosselte Ablauf von 5.000 Litern ergibt ein nutzbares Volumen von 3.200 Litern. Das sollte reichen. Die Grube war aber dann so riesig, dass wir kurzfristig überzeugt waren, das sei viel zu viel. Aber dann dachten wir uns, besser zu viel als zu wenig Wasser, schließlich bedeutet Wasser Leben, besonders im Garten.

Erdarbeiten und Bodenplatte legen stellt eine besondere Herausforderung an das Vertrauensverhältnis zwischen Polier, Erdbeweger und Bauherrn dar. Man sollte sich daher wirklich genau ansehen, mit wem man zusammenarbeitet. Zu schnell wird ein „ah, das brauchen wir nicht“ hingeworfen, was sich im Nachhinein als großes Problem erweisen kann. Die Pläne sind nicht umsonst so exakt gezeichnet, wie wir später feststellen durften.

In jedem Fall braucht man eines: Eine dicke Haut gegen alle Sekptiker. Sie meinen es nicht böse, können es sich einfach nicht vorstellen … und das ist eines der größten Probleme, das man lösen sollte: Wie mache ich dem anderen meine Vision klar?

Aber dazu demnächst mehr!

Bis zum nächsten Mal, Flo & Manu

Wie und wo wir „unser“ Grundstück fanden

Vorab sei gesagt, „das“ Grundstück für alle Fälle gibt es nicht. Jeder hat andere Wünsche, Träume, Vorstellungen und Bedürfnisse. Diese zu kennen, ist die Basis für die Suche nach dem Fleckchen Erde, das man für die nächsten Jahrzehnte sein Zuhause nennt. Für uns waren z.B. wichtig: Eine ruhige Lage ohne viel Verkehr (speziell Durchzugs- und Pendelverkehr), möglichst keine großen Stromleitungen und kein angrenzendes Industriegebiet. Wir wollten außerdem weite Pendelstrecken zur Arbeit vermeiden. Zudem sollte eine Strecke notfalls auch mit dem Fahrrad zu bewältigen sein, was die eine oder andere Ortschaft schon einmal ausschloss – in unserer Gegend gibt es einiges an ziemlich steilen Hügeln. Wir nahmen also eine Landkarte und zogen von der Mitte ausgehend einen Kreis von etwa 10 Kilometern rund um unsere Arbeitsstätten. Danach überlegten wir, welche sonstigen Kriterien noch erfüllt sein sollen. Zu bedenken sind neben den Kosten pro Quadratmeter auch Dinge wie Infrastruktur, Bauvorschriften, ob das Grundstück bereits aufgeschlossen ist oder ob das Haus, das einem vorschwebt, überhaupt in die Gegend/Landschaft passt. Zugegeben, der letzte Punkt findet heute nicht mehr so viel Beachtung, was wir schade finden.

gegend_holzhaus
Altes, typisches Holzhaus für die Gegend

Es gab dann so etwas wie eine Reihe von A-HA-Erlebnissen, die unsere Entscheidung positiv beeinflussten: Auf der Fahrtstrecke blühten jede Menge Kornblumen im Feld neben der Straße. Es gibt zwei kleine, angrenzende Waldgebiete und ein Bächlein verläuft gleich neben dem Ortskern. Wir gingen langsam spazieren, sahen uns die Häuser an, die alte, gewachsene Struktur der Gebäude und Straßen, warfen einen Blick in die kleine Kirche und waren verzaubert. Sofort fühlten wir uns wohl und das beste war, dass der Ort alle unsere Kriterien erfüllte. Und es gab über 20 neue Bauparzellen. Wir entschieden uns für eine etwa 1.000 Quadratmeter große Parzelle, die ideal war, um unseren Traum vom großen Garten zu verwirklichen. Hier ein paar Bilder:

Und noch ein paar Bilder von der Bemusterung in Dresden. Die Wahl von Bodenbelägen, Fliesen und Sanitärobjekten liegt nun schon eine ganze Weile zurück, Ende Februar waren wir in Dresden. Wir können es kaum noch erwarten, wie alles wirkt, wenn es verlegt ist.

Als nächstes erzählen wir von den Erdarbeiten, dem Bau der Bodenplatte und dem Aufbau des Gerüstes. Dann kann das Haus ja kommen!

Bis zum nächsten Mal, Flo & Manu

Bist du gelehmt! Bodengutachten, März 2015

Das Bodengutachten, oder auch geotechnischer Untersuchungsbericht wurde bereits im März 2015 durchgeführt. Der Vollständigkeit halber wollen wir Euch die Bilder dazu zeigen. Außerdem kamen wir bei der Wahl des Geotechnikers erstmals an unsere nervlichen Grenzen. Ein Urschrei in einem nahegelegenen Wäldchen half uns beim Aggressionsabbau, seitdem lief alles wieder glatt. Es gibt bei den Geotechnikern alle möglichen Ausdrücke, z.B. Rammsondierung, Rammkernsondierung, Nutsondierung. Wir hatten uns Angebote von verschiedenen Firmen machen lassen. Ergebnis war: Jeder bot etwas anderes an. Von den Preisen wollen wir gar nicht reden. Wir wussten nicht weiter und das Internet half nur bedingt. Schließlich entschieden wir uns nach Rücksprache mit Axxfloor (Thermobodenplatte) für ein Angebot und ließen uns vor Ort die Unterschiede erklären.

Vielleicht können wir mit der folgenden Erklärung anderen Bauherren helfen, denn rückblickend ist es gar nicht so schwer.

Rammsondierungen dienen zur Erkundung der Lagerungsverhältnisse nichtbindiger Böden, zur Nachprüfung der Wirksamkeit von Verdichtungsmaßnahmen im Untergrund und in Anschüttungen sowie zur Gewinnung von Hinweisen auf die Zustandsform bindiger Böden. Außerdem können dadurch Informationen über bodenphysikalische Kennwerte zur Beurteilung der Belastbarkeit des Bodens gewonnen werden. Dazu wird ein Gewicht in den Boden gerammt, Gewicht, Fallhöhe usw. sind genormt.

Verfahren der Nutsondierung dient zur Erkundung der Schichtfolge im Untergrund am jeweiligen Aufstellungspunkt. Dies erfolgt durch Eintreiben einer geschlitzten Sonde (Nutsonde) in den Untergrund und anschließendes Ziehen. Weiters wird eine allfällige Durchnässung des Bodens sowie allfällig vorhandenes Grundwasser registriert.

Die Rammkernsondierung ist ähnlich der Nutsondierung, wird aber bei eher sandigen Böden eingesetzt, da der lockere Boden bei der Nutsondierung nicht kleben bleiben und herausfallen würde. Vorstellen kann man sich das ganze wie eine Eiskernbohrung.

Wir können nur empfehlen, Angebote genau zu lesen und zu vergleichen, so gut es geht. Teilweise wurde uns Baggerschürfe angeboten (Bagger bauseits). Vorsicht! Bauseits bedeutet, dass dieser nicht im Preis enthalten ist und vor Ort zur Verfügung gestellt werden muss, was zusätzlichen organisatorischen Aufwand und Kosten verursacht.

Um sich zu entscheiden hilft es, die Bodenverhältnisse in etwa zu kennen, dazu kann man z.B. die Nachbarn befragen. Geotechniker sehen üblicherweise in einer Datenbank nach und entschieden dann, welche Sondierung die geeignete ist. Wie wir feststellen mussten, ist das aber keine Garantie dafür, diese Variante auch angeboten zu bekommen.

Letzendlich wurde bei uns eine Ramm- sowie eine Nutsoniderung durchgeführt und das reichte aus.

Bis ganz bald, Flo und Manu

Was ein Schwedenhaus nicht kosten darf

Nun sitze ich hier und überlege, wie ich diesen Beitrag am besten beginne. „Schwedenhaus billig bauen“, nein, das ist nicht gut … „Schwedenhäuser kosten fast nix“, nein, auch nicht … ich versuche das Thema mal von einer anderen Seite zu betrachten:“Was ein Schwedenhaus nicht kosten darf.“

Als wir uns vor drei Jahren mit dem Gedanken auseinandersetzten ein Haus zu bauen, war unser erster Gang zu einer „Häuslbauermesse“. Ganz so, wie sich das für aufgeklärte Menschen gehört. Was soll ich sagen … es war wohl eines der enttäuschendsten Erlebnisse unseres Lebens.

Entweder sind wir durch den jahregelangen Gebrauch unseres Verstandes zu verwöhnt oder unser Ästhetikempfinden hat wirklich nichts mehr mit der Welt um uns zu tun. Ganz abgesehen davon, dass einem jeder zweite Standbetreiber eiskalt die Intelligenz abspricht. Wenn wir alles unterschrieben hätten, was wir deren Meinung nach UNBEDINGT BRAUCHEN, dann würden wohl noch unsere Enkel das Haus abbezahlen.

Die Highlights:

Platz Nummer 3: Ein Herr in braunem Anzug, der meinte:“Ja klar können wir ein Schwedenhaus für Sie bauen. Wie schaut denn sowas aus?“ *wie bitte?????*

Platz Nummer 2: „Was kostet denn so ein Haus von Ihnen?“ – „Nun, das kommt ganz drauf an.“ – „Nur eine Zahl, damit wir mal eine Vorstellung bekommen, wie wir das finanzieren sollen.“ – „Jo mei, das kann man so nicht sagen.“ – „Also ich bitte Sie, auf ihrem Schild werben Sie mit über 90 Jahren Erfahrung und Sie können nicht sagen was eines Ihrer Häuser kostet?“ – „Wie gesagt, dass kommt ganz drauf an …“ *aaarrrghhh*

Platz Nummer 1: Ein, wohl vom Vortag durch die örtliche Bierkultur leicht derangierter Betreuer eines Pellets-Heizung-Standes, meinte auf meine Aussage, dass bei ihm Preis-Leistung für mich in keiner nachvollziehbaren Verhältnis stünde lach-lallend:“Ah, die Häuslbauer haben’s Geld!“ * … und genau das übergeben Sie mir jetzt bitte ohne weiter herumzumaulen!*

Damit war das Thema Hausbau für uns bist auf weiteres gestorben, bis, nun bis wir eben in Schweden waren. Zu Hause machten wir uns dann auf die Suche, ob es Anbieter gibt, die original Schwedenhäuser auch in Österreich bauen … nach einiger Suche fanden wir schließlich Herrn Brock … und er war der ERSTE, der uns eine Zahl nannte. In seiner konzentrierten Art sagte er:“Bei uns kosten die Häuser nach Ausbaustufe. Vom Gesamtpreis ziehen wir alles ab was sie nicht möchten oder selbst machen wollen, dann können Sie selbst bestimmen wie viel es kosten soll.“

Damit konnten wir uns anhand der bereitgestellten Preisliste selbst ausrechnen wie weit wir gehen konnten und schon bald hatten wir eine magische Zahl, die erreichbar war … und günstiger als so manches „Raumwunder Würfel“ zudem. Bei den Göttern, wir sind Menschen mit Rundungen, Emotionen und an manchen Stellen unbehaart. Wir sind keine rechtwinkeligen Roboter, die in gemauerten Schachteln wohnen sollen. Für eine Baufirma ist so ein Würfel eine feine Sache, bedarf er doch keines großen Produktionsaufwandes und das Zauberwort „Design“ ist nach wie vor eng verknüpft mit den Worten „gerade Linien“.

Seitdem fragen wir uns als erstes immer:“Ist das wirklich notwendig?“ und „Wird unser Leben dadurch wirklich einfacher oder einfach nur langweiliger?“.

Klar kann man sich eine Dampfgarmaschine in die Küche einbauen lassen, aber es verschwindet auch das Feeling in einer dampfenden Garküche an einer Straßenecke in Bangkok zu stehen, wenn man den Bambusgarer nicht mehr mit einem brodelnden Kochtopf betreibt.

Klar kann man eine integrierte Kaffeemaschine in der Küche in der Küchenfront bewundern, aber wo ist das herrliche Gefühl den Muntermacher, wie in einer zehn Quadratmeter großen Mansardenwohnung in Rom, bei offenem Fenster zu fabrizieren, indem man eine kleine Espressomaschine zum gluckern und fauchen bringt?

Apropos Café … die Schweden sind ja unglaublich gesellige Kaffeetrinker: „Fika“ nennt sich das und ist der Inbegriff gemütlicher Kaffeehauskultur. Da kann sich auch der große Kaffeekultur-Postulator Wien eine Scheibe abschneiden …

Exklusiv und nur für Dich, Impressionen aus dem „Café två skator“ … denn genau so sollte man Leben, wenn man LEBEN will, glauben wir … 🙂

So, nun sind wir ein bisschen vom Thema abgekommen, aber auch DAS gehört dazu. 😉

Was darf ein Schwedenhaus also jetzt NICHT kosten? Wir glauben, es darf Dich nicht deine Lebenszeit kosten. Es soll dich nicht 30 Jahre Bankkredit-Rückzahlung kosten. Keep it simple, weniger ist mehr und genau darin liegt auch der Charme des Landhausstils. Es soll wachsen dürfen Jahr für Jahr und nicht fix und fertig im Garten stehen.

Wir versuchen das Projekt in sieben Jahren abzubezahlen. Warum? Jetzt sind wir jung und haben Kraft und Energie. Wir tauschen 7 Jahre harte Arbeit gegen den Rest unsere Lebens Freiheit … also wenn das kein guter Preis ist, was dann? 🙂

Bis bald und stay happy,

Manu und Flo

p.s.: NATÜRLICH wird es ganz tolle und fantastische Baufirmen da draußen geben, die für DICH die richtige Wahl sind. Das ist auch absolut ok. Jeder darf was anderes mögen dürfen. Live and let live … 😉

Quellen:

Fotos/Video: privat


Wir stellen vor: Das Team

„Everbody can do it with good assistance …“ sagt der Volksmund. Stimmt, sagen wir … und gerade in unserem Fall, die wir absolut keine Ahnung von irgendwas hatten als wir mit dem Projekt „Schwedenhaus“ begannen, stimmt es doppelt und dreifach.

Also kommt hier aus unserem „Doku-Blog“ ein kurzer Überblick über die Basis-Beteiligten rund um das Schwedenhaus ( … und NEIN, wir bekommen dafür keine Vergünstigungen! Würden wir auch nicht annehmen, weil es an der Idee vorbeigeht … ).

Das große Plus bei diesem Projekt ist die minimale Beteiligung von Firmen. Das verkürzt die Kommunikationswege, was Fehler und Missverständnisse minimiert und somit Geld spart. Haus, Bodenplatte und Innenausbau wird von drei Firmen bedient, die seit Jahren zusammenarbeiten und eingespielt sind. Perfekt für uns!

Ernst Brock – Rörvikshus

CrzeGlr  Ernst Brock, im besten Alter, Norddeutscher, seit Jahren in Muckendorf-Wipfing an der Donau tätig (Tipp: Für seine Nachbarn baute er dort Schwedenhäuser die man auch besichtigen kann, z.B. den Bungalow von Familie Debit). Als Vertreter der Firma Rörvikshus in Österreich vertreibt er seit Jahrzehnten Schwedenhäuser in der Alpenrepublik.

Vornehmlichste Eigenschaft (um Felix Wagner von HHK – Holzhaus-Konzept zu zitieren): „Ich denke nicht, dass Herrn Brock jemals etwas aus der Ruhe bringen kann …“ und das ist bei „Brock-Haus“ (Literaten-Amusement ;-)) Programm.

Wir sind ja ziemlich zauderhafte Kunden, die alles fünfmal überdenken und neu arrangieren, damit es auch wirklich so wird wie wir uns das vorstellen. Wo andere Unternehmer wahrscheinlich schon ein Kreuz gemacht hätten und uns unserer Wege ziehen hätten lassen, da lief Herr Brock erst richtig warm. Kleines Beispiel gefällig? Nach über 6 Stunden Bemusterung des Hauses, kamen wir drauf, dass wir doch keine Veranda wollten und ein Fenster noch dazu sollte und überhaupt, die kontrollierte Wohnraumlüftung war auch nix für uns. Innerhalb von drei Tagen war alles geändert und zur weiteren Bearbeitung vorbereitet. Den Satz:“Gut, das hatte ich auch noch nie in meinen 30 Jahren Tätigkeit …“, ist eins zu eins mit unserem Namen verschmolzen. Danke für Ihre Geduld, Herr Brock!

Felix Wagner – HHK – Holzhaus-Konzept

Nddwz2X Felix „the wonderboy“ Wagner, lebt in der herrlichen sächsischen Schweiz und betreibt dort seine Firma Holzhaus-Konzept. Ihn zu treffen war wie einem „Rockstar“ aus der „Schwedenhaus-Innenausbau-Szene“ zu begegnen. Schon Monate vorab hörten wir immer wieder von verschiedensten Seiten:“Felix Wagner kümmert sich um alles“, „Felix Wagner denkt mit“, „Felix Wagner redet ihnen nichts ein“, „Mit Felix Wagner zu arbeiten ist unglaublich“. Bei solchen Vorschussloorbeeren wird man als „gelernter Österreicher“ misstrauisch. Wir aber dachten uns:“Mal sehen was da dran ist. Wird bestimmt lustig.“ (Tipp: Sei Dir darüber im Klaren, dass DU der Projektmanager beim Hausbau bist. DU hast die Fäden in der Hand und es passiert nur dann was, wenn DU dich bemerkbar machst.)

Und wir sagen es ohne Scheu … alle hatten Recht. Zwei Tage lang klapperte er mit uns die Firmen für die Fußböden, die Fliesen und die Sanitärausstattung ab. Über ACHT Stunden saß er mit uns am Tisch und brütete über Details. Er hörte sich unser Wünsche an, quittierte sie mit einem langgezogenen „Mhmmmmm …“ und kein einziges Mal versuchte er uns etwas einzureden oder extra zu verkaufen. Nein, im Gegenteil. Im Fliesengeschäft wies er vor der Chefin des Unternehmens darauf hin, dass es ja auch eine finanzielle Sache sei und die Haltbarkeit siner Erfahrung nach größer sei, wenn … naja, man kann es sich vorstellen wie wir uns fühlten … mit ihm haben wir, so wie mit Herrn Brock, die selten gewordene Spezies der „mitdenkenden Berater“ vom Schicksal an die Seite gestellt bekommen. Danke für Ihre Ausdauer, Herr Wagner!

Alex Grajek – Axxfloor

lptz7KAAlex „der Mythos“ Grajek, verlegt seine Bodenplatten auf 5 mm genau, was Felix Wagner ein enthusiastisches „Das ist einmalig“ wert war (so man das Anheben der Stimmmodulation um einen Halbton als solch eine Gefühlsregung deuten darf … :-)). Mit seiner Firma Axxfloor schafft er einmalige „Schwedenplatten“ (nein, nicht die magen-verstimmende Mischung aus eingelegtem Fisch, Kartoffeln in Majonaise und einem Blatt Salat, dass man in so manchen Gasthäusern serviert bekommt.)

Bei einer Schwedenplatte ist die Fußbodenheizung in den Betonguß integriert. Eine Technik, die in Schweden weit verbreitet ist, in unserer Streifenfundament-Kultur aber meist mit einem Lächeln oder schockiertem:“Das geht doch nicht!“ quittiert wird. Details dazu kommt in einem der nächsten Beiträge.

Was für ein Land in dem fast 9 Monate Winter herrscht gut ist, ist für unsere mitteleuropäischen Regionen wohl gut genug. Herr Grajek, wir werden sie schon nochmal im Profil fotografieren … selbst das hier musste ich vom „Rotes Schwedenhaus“ – Blog mopsen (Danke dafür! Ihr seid uns ja um einen Monat voraus. :)). Aber gut … man wird nicht zum Mythos, wenn überall ein Foto rumhängt, nicht wahr?

Das sind die Hauptspieler am Feld rund um das Haus an sich. Die weiteren Rollen stellen wir Euch demnächst vor, wenn es heißt:

„Und wer macht da jetzt das Grundstück platt, schaltet den Baustrom ein, bedient den Kran, bringt den Müll weg, leert das Baustellenklo aus und vor allem … wer bringt den Männern KAFFEE????“

Bis bald und stay swedish,

Manu und Flo

 

Quellen:

Fotos Herr Brock und Herr Wagner: Rörvikshus in Österreich und Firma Holzhaus-Konzept

Foto Herr Grajek, „Rotes Schwedenhaus“

Fotoeffekte: http://www.photofancy.de/index/overview