Hunde machen nicht WWOOF

Damit wir hier nicht nur von unserem Haus schwärmen … tun wir es lieber über Schweden. 🙂

Im September 2013 hatten wir uns, wie schon mal erwähnt, bewusst für einen „Urlaub auf dem Bauernhof“ entschieden. Kein Handy, kein Fernseher, kein Computer. Einfach mal das Gegenteil vom Alltag. Das war zu Beginn ganz schön gewöhnungsbedürftig, aber unglaublich bereichernd, als wieder Platz für selbstständige Gedanken frei wurde.

Jedefalls hatten wir am zweiten Tag unseres Urlaubs (nach der Reparatur eines Fahrrads auf schwedisch und den damit einhergehenden Folgeerscheinungen am Südpol meines Körpers) jede Menge Zeit und entschlossen uns, die Umgebung per „zu Fuß“ zu erkunden. Eine kleine Wanderung. Aus irgendeinem Grund artet das bei uns immer in „Gewaltmärschen“ aus. Dagegen waren Cäsars Truppenbewegungen in Gallien Kinder-Wandertage. Keine Ahnung, warum das so ist. Aus zwei Stunden werden meistens sechs. Ich glaube, es ist eine Mischung aus Neugier, der Bewegung an sich und der Abwechslung von Entdeckung und gleich drüber quatschen müssen, die uns in einen „Flow“ treibt.

Als wir zu unserem Ausgangspunkt, der Kirche von Medåker, zurückgekommen waren, spazierten wir noch über den Friedhof. Als Ende einer Reise und dem Stillstand des physischen Lebens ein schöner Schlusspunkt. Spannend war die Schlichtheit der Kirche und der Gräber. So, wie sie im Wikingerschiff nebeneinander an den Rudern saßen, so ruhen sie nun nebeneinander. Ein Stein, ein paar Blumen, Erinnerung.

Wieder auf Tåby Gård angekommen machten wir Bekanntschaft mit Brian aus Washington D.C. Der Amerikaner, der jeden zweiten Satz mit „actually“ einleitete und sich mit einer verwegenen Lockenfrisur sofort Aufmerksamkeit verschaffte, saß in der Porch und spielte mit seinem Smartphone. Als er sagte: „I’m wwoofing“ war ich hinreichend verwirrt. Gut, Brian hatte entfernte Ähnlichkeit mit einem spanischen Wasserhund und ein netter Kerl, aber was er meinte bedurfte genauerer Erklärung.

WWOOF (World Wide Opportunity of Organic Farming) ist ein einmaliges Konzept, um jungen Menschen die Mitarbeit auf biologisch betriebenen Landwirtschaften rund um die Welt zu ermöglichen. Rund um den Globus können die Freiwilligen die Arbeit auf den unterschiedlichsten Farmen kennenlernen. Am Tag unserer Ankunft saß nämlich eine junge Frau im Zug, die sich kurz darauf als weitere Wwooferin herausstellte. Lea. Da Brian schon eine Zeit lang am Hof arbeitete und sie unterweisen sollte, konnte ich mir das Wortspiel „Ist sie jetzt ein Sub-Woofer?“ nicht verkneifen.

Während wir unsere glühenden Füße von der weiten Wanderung abkühlen ließen, sahen wir Brian und Lea bei der Arbeit zu … und ehrlich: Es juckte uns in den Fingern ihnen zu helfen. Entweder sind es die 10.000 Jahre Evolution in uns in denen wir mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigt waren oder der tiefe Wunsch mit der lebendigen Natur zu arbeiten. Ein Teil von ihr zu sein. In unserer Arbeit ist das einzige Tier, das Mist macht, die Mouse, die nicht das klickt, was sie soll.

Der Mensch und die Natur. Sowie wir die Möglichkeit haben, uns mit ihr auseinanderzusetzen und den ganzen Technik-Kram aus unserem Alltag verbannen, kommt etwas zum Vorschein, das verloren geglaubt war. Zeit … und zwar jede Menge davon und erfüllte noch dazu.

Daher unser Wunsch an Euch für dieses Wochenende: Nutzt die Zeit, geht raus in die Natur, ohne Handy, ohne Elektronik. Nehmt nur Euch selbst mit. Es ist beeindruckend wie plötzlich eine Straße, die man hundert Mal gesehen hat, neue Seiten zeigt.

Ein schönes Wochenende und bis bald, wünschen Euch

Manu und Flo

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