Was ein Schwedenhaus nicht kosten darf

Nun sitze ich hier und überlege, wie ich diesen Beitrag am besten beginne. „Schwedenhaus billig bauen“, nein, das ist nicht gut … „Schwedenhäuser kosten fast nix“, nein, auch nicht … ich versuche das Thema mal von einer anderen Seite zu betrachten:“Was ein Schwedenhaus nicht kosten darf.“

Als wir uns vor drei Jahren mit dem Gedanken auseinandersetzten ein Haus zu bauen, war unser erster Gang zu einer „Häuslbauermesse“. Ganz so, wie sich das für aufgeklärte Menschen gehört. Was soll ich sagen … es war wohl eines der enttäuschendsten Erlebnisse unseres Lebens.

Entweder sind wir durch den jahregelangen Gebrauch unseres Verstandes zu verwöhnt oder unser Ästhetikempfinden hat wirklich nichts mehr mit der Welt um uns zu tun. Ganz abgesehen davon, dass einem jeder zweite Standbetreiber eiskalt die Intelligenz abspricht. Wenn wir alles unterschrieben hätten, was wir deren Meinung nach UNBEDINGT BRAUCHEN, dann würden wohl noch unsere Enkel das Haus abbezahlen.

Die Highlights:

Platz Nummer 3: Ein Herr in braunem Anzug, der meinte:“Ja klar können wir ein Schwedenhaus für Sie bauen. Wie schaut denn sowas aus?“ *wie bitte?????*

Platz Nummer 2: „Was kostet denn so ein Haus von Ihnen?“ – „Nun, das kommt ganz drauf an.“ – „Nur eine Zahl, damit wir mal eine Vorstellung bekommen, wie wir das finanzieren sollen.“ – „Jo mei, das kann man so nicht sagen.“ – „Also ich bitte Sie, auf ihrem Schild werben Sie mit über 90 Jahren Erfahrung und Sie können nicht sagen was eines Ihrer Häuser kostet?“ – „Wie gesagt, dass kommt ganz drauf an …“ *aaarrrghhh*

Platz Nummer 1: Ein, wohl vom Vortag durch die örtliche Bierkultur leicht derangierter Betreuer eines Pellets-Heizung-Standes, meinte auf meine Aussage, dass bei ihm Preis-Leistung für mich in keiner nachvollziehbaren Verhältnis stünde lach-lallend:“Ah, die Häuslbauer haben’s Geld!“ * … und genau das übergeben Sie mir jetzt bitte ohne weiter herumzumaulen!*

Damit war das Thema Hausbau für uns bist auf weiteres gestorben, bis, nun bis wir eben in Schweden waren. Zu Hause machten wir uns dann auf die Suche, ob es Anbieter gibt, die original Schwedenhäuser auch in Österreich bauen … nach einiger Suche fanden wir schließlich Herrn Brock … und er war der ERSTE, der uns eine Zahl nannte. In seiner konzentrierten Art sagte er:“Bei uns kosten die Häuser nach Ausbaustufe. Vom Gesamtpreis ziehen wir alles ab was sie nicht möchten oder selbst machen wollen, dann können Sie selbst bestimmen wie viel es kosten soll.“

Damit konnten wir uns anhand der bereitgestellten Preisliste selbst ausrechnen wie weit wir gehen konnten und schon bald hatten wir eine magische Zahl, die erreichbar war … und günstiger als so manches „Raumwunder Würfel“ zudem. Bei den Göttern, wir sind Menschen mit Rundungen, Emotionen und an manchen Stellen unbehaart. Wir sind keine rechtwinkeligen Roboter, die in gemauerten Schachteln wohnen sollen. Für eine Baufirma ist so ein Würfel eine feine Sache, bedarf er doch keines großen Produktionsaufwandes und das Zauberwort „Design“ ist nach wie vor eng verknüpft mit den Worten „gerade Linien“.

Seitdem fragen wir uns als erstes immer:“Ist das wirklich notwendig?“ und „Wird unser Leben dadurch wirklich einfacher oder einfach nur langweiliger?“.

Klar kann man sich eine Dampfgarmaschine in die Küche einbauen lassen, aber es verschwindet auch das Feeling in einer dampfenden Garküche an einer Straßenecke in Bangkok zu stehen, wenn man den Bambusgarer nicht mehr mit einem brodelnden Kochtopf betreibt.

Klar kann man eine integrierte Kaffeemaschine in der Küche in der Küchenfront bewundern, aber wo ist das herrliche Gefühl den Muntermacher, wie in einer zehn Quadratmeter großen Mansardenwohnung in Rom, bei offenem Fenster zu fabrizieren, indem man eine kleine Espressomaschine zum gluckern und fauchen bringt?

Apropos Café … die Schweden sind ja unglaublich gesellige Kaffeetrinker: „Fika“ nennt sich das und ist der Inbegriff gemütlicher Kaffeehauskultur. Da kann sich auch der große Kaffeekultur-Postulator Wien eine Scheibe abschneiden …

Exklusiv und nur für Dich, Impressionen aus dem „Café två skator“ … denn genau so sollte man Leben, wenn man LEBEN will, glauben wir … 🙂

So, nun sind wir ein bisschen vom Thema abgekommen, aber auch DAS gehört dazu. 😉

Was darf ein Schwedenhaus also jetzt NICHT kosten? Wir glauben, es darf Dich nicht deine Lebenszeit kosten. Es soll dich nicht 30 Jahre Bankkredit-Rückzahlung kosten. Keep it simple, weniger ist mehr und genau darin liegt auch der Charme des Landhausstils. Es soll wachsen dürfen Jahr für Jahr und nicht fix und fertig im Garten stehen.

Wir versuchen das Projekt in sieben Jahren abzubezahlen. Warum? Jetzt sind wir jung und haben Kraft und Energie. Wir tauschen 7 Jahre harte Arbeit gegen den Rest unsere Lebens Freiheit … also wenn das kein guter Preis ist, was dann? 🙂

Bis bald und stay happy,

Manu und Flo

p.s.: NATÜRLICH wird es ganz tolle und fantastische Baufirmen da draußen geben, die für DICH die richtige Wahl sind. Das ist auch absolut ok. Jeder darf was anderes mögen dürfen. Live and let live … 😉

Quellen:

Fotos/Video: privat