Was bisher geschah …

September 2011, Schweden, in der Nähe von Arboga …

Obwohl uns alle gewarnt hatten, dass es im Herbst in Schweden regnet, schneit und zu Mittag schon finster ist, sind wir trotzdem gefahren. Nicht nur das, wir mieteten uns für zwei Wochen auf einem Bauernhof ein: „Bo på Lantgård“ nennt sich das im Land der Wikinger. Kein Fernseher, kein Computer, kein Telefon. Nur die Natur und wir … auf Tåby Gård

Cicci und Steffan, die damaligen Besitzer, holten uns vom Bahnhof ab und traten gleich mal die erste Hiobs-Botschaft los. „Ihr seid unsere letzten Besucher. Wir haben alles verkauft, um am Fluß ein Steinhaus zu renovieren. Das wird unser Alterssitz.“ Manu und ich sahen uns mit großen Augen an. Da saßen wir in einem engen Transporter mit zwei Mit-60igern, die einfach mal so ihr Lebenswerk an die nächste Generation übergaben, um nochmal ein Haus zu bauen – und wir beiden Mit-30iger grübelten darüber nach, ob wir überhaupt unser erstes Haus zustande bringen würden. Als wir dann am Hof ankamen, waren wir einfach nur geplättet. DAS war der Hof von Cicci und Steffan, der einst vollkommen von Unkraut und Stauden verwachsen war und den sie von grundauf saniert hatten???

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Ein „einfacher“ Bauernhof in Arboga

Kurz nachdem wir unser Quartier im ersten Stock eines ausgebauten Heuschobers bezogen hatten sahen wir uns zweifelnd an. Jeder hauchte ein langgezogenes: „ooookkkkaayyyyy“ über die Lippen. Einfache Holzbetten, ein Schweden-Holzofen in der Mitte, etwa 90 Quadratmeter Holzboden. Als jedoch der Hahn krähte und die Hühner aus dem Hühnerstall direkt vor unser kleines Fenster stürmten, beschlossen wir es ab sofort mal ganz anders zu versuchen. Langsamer, zurück zur Natur, zurück zum Leben. Manu warf auch gleich mal den eleganten Begriff „slow-trotting“ in den Raum. Also setzten wir uns in die Sonne und überlegten, wie man dieses Wort mit Inhalt füllen könnte.

„Slowtrotting“ kann durchaus als Spielart des „slow traveling“ betrachtet werden, mit mehr Gewicht auf Kommunikation und Zeit. Das heißt:

  • Zu Fuß und mit dem Rad, mit Bus und der Bahn vorwärts kommen
  • Englisch, Deutsch, Schwedisch, Hände und Füße zur Kontakaufnahme verwenden
  • Ins Abenteuer stürzen und nicht drauf warten, dass es sich auf Dich stürzt

In den kommenden Wochen werden wir Euch Sagas von Geisterbussen erzählen, von Ausritten auf Isländer-Ponys, von Flugstunden in einem Flugsimulator, von einem dreistöckigen Flohmarkt-Haus, vom Fangen eines Huhns mit einer Flasche Rosé, von gestohlenen Rädern, vom Einfangen einer Schafsherde und von Gesprächen, die unsere Weltsicht neu definierten.

Aber das wird nur das „icing on the cake“ in diesem Blog. Denn, verliebt in die Bauweise des klassischen „Dalarna Michel“, beschlossen wir uns ein solches in Österreich zu bauen. Wann? Jetzt, in diesem Moment. 2015 … und ihr seid live dabei. Wir werden Fehler machen, wir werden davon berichten, wir werden Erfolge haben, wir werden Euch davon erzählen. Warum? Weil wir seit unserer Schwedenerfahrung der Meinung sind, dass es besser ist Menschen zu inspirieren ihren eigenen Weg zu gehen, als andere mit überkandideltem Lebensirrsinn zu beeindrucken. Denn vielleicht bist Du ja der nächste glückliche Schwedenhausbesitzer?

Wer wir sind:

pf_1428744146Manu, die Schatzmeisterin, mit dem Herz einer Kämpferin und der Seele einer Fee

pf_1428743681Flo, der Langzeitstratege, mit dem Herz eines Pioniers und der Seele eines Brillenbären

Das war’s für’s Erste. Im nächsten Beitrag stellen wir Euch die Helden unserer Hausbauserie vor … denn ohne ein perfektes Team, lässt sich kein perfektes Eigenheim bauen.

Auf bald und stay inspired,

Manu und Flo

Quellen:

Fotos: privat

Fotoeffekte: http://www.photofancy.de/index/overview